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Planungen zur Ost-West Transversalen reine Geld- und Zeitverschwendung

Zwei Großprojekte werden derzeit im Verband Region Rhein-Neckar diskutiert: Eine zusätzliche Rheinquerung zwischen Altrip und Mannheim sowie eine neue Ost-West-Verbindung ("Transversale") zwischen dem Anschlussknoten Heidelberg-Süd, wo die Bundesstraße 535 unvermittelt endet und auf die B 3 stößt, und Aglasterhausen. Mit dieser Verbindung soll die Erreichbarkeit der drei Oberzentren der Metropolregion für die östlich gelegenen Teile wie etwa den Neckar-Odenwald-Kreis verbessert werden.

Die von Wolfgang Raufelder,  Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen beim VRRN (Verband Region Rhein-Neckar), beantragte Ablehnung einer Weiterplanung und somit das Ende der Debatte über die beiden Straßenprojekte wurde im Planungsausschuss mehrheitlich abgelehnt.

Als Begründung nannte der grüne Vertreter zuerst die aberwitzig hohen Kosten von 570 Millionen Euro für die Rheinquerung und 430 Millionen Euro für die Ost-West-Transversale. Eine Milliarde Euro, diese astronomische Ausgabe, für fragwürdige neue Straßen wären auch in krisenfernen Zeiten für die damit zu erreichenden geringen verkehrlichen Änderungen absurd.

Weiter wurde ausgeführt, dass die ökologischen Eingriffe unverhältnismäßig sind, so führt die Trasse einer möglichen Rheinquerung bei Altrip durch Natur- und Vogelschutzgebiete und eines der bedeutendsten Naherholungsgebiete der ganzen Region, was nicht zuletzt Grund für das Bundeskabinett war, das Projekt bereits 2003 aus dem Bundesverkehrswegeplan herauszunehmen.

Das Gleiche gilt für die Ost-West-Transversale, führt Wilfried Weisbrod, grünes Mitglied im VRRN-Planungsausschuß aus,  deren Linienführung den Bau von mindestens einem Tunnel, bei der favorisierten Variante sogar den Bau von zwei Tunnels, erfordern würde. Hier stehen die untersuchten Varianten kostenmäßig ebenfalls in einem Missverhältnis zu dem verfolgten Zweck. Der gewaltige Eingriff in die Natur ist hier gleichfalls in keiner Weise zu rechtfertigen und den ökologischen Nachteilen könnten im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung so hohe rechtliche Hürden entgegenstehen, dass eine Ausführung nicht nur an knappen Kassen, sondern auch an gesetzlichen Vorschriften scheitern könnte.

Sogar die CDU-Fraktion im VRRN hatte dies erkannt und den Antrag gestellt, die Diskussion über die Ost-West-Transversale sofort zu beenden und vielmehr den schon lange geplanten dreispurigen Ausbau der B 292 von Sinsheim nach Mosbach voranzutreiben, der in Teilen schon realisiert ist. Leider blieb dieser schriftlich vorliegende Antrag dann in der Debatte hängen.

Da den betroffenen Kommunen aber schon mitgeteilt wurde, dass diese die Planungsalternativen zur Einsicht und weiteren Diskussion  vorgelegt bekommen, beschloss der Ausschuss vor einer endgültigen Beschlussfassung diese Meinungs- und Beschlussfassung noch abzuwarten.

Nach Ansicht von Bündnis 90/ Die Grünen hätte man dazu keine neue Machbarkeitsstudie gebraucht, die Ausgaben für die Planung sind reine Geldverschwendung. Warum hier die alten Verkehrskonzepte der 60er Jahre eine Renaissance erlebten, dürfte ein Geheimnis der Verantwortlichen um Metropolregion-Verbandsdirektor Stefan Dallinger bleiben.

Für viel Geld wurde damit aber wiederum bestätigt, dass die untersuchten Straßenprojekte in Zeiten knapper Finanzen und gestiegenen ökologischen Anforderungen erneut ins Archiv oder dem Reißwolf zugeführt werden können.

Schwarz-Gelb? Nein Danke!